Kooperationen - ECoDA

ECoDA - European Cooperation on Digitizing Avestan

 

Das spanische Projekt Avestan Digital Archive (ADA) der Universität Salamanca lokalisiert und digitalisiert bereits seit 2007 awestische Handschriften und stellt diese auf seinen Internetseiten der Öffentlichkeit zur Verfügung. Darüber hinaus wurden bereits 32 awestische Handschriften vollständig transkribiert und in die Datenbank aufgenommen (ca. 16290 Seiten). Dies ermöglicht erste Vergleiche mithilfe des eigens entwickelten Analizador.

 

Als Anfang 2011 das LOEWE-Projekt "Digital Humanities" anlief, war es naheliegend die Kooperation mit ADA zu suchen. Das an Digital Humanities beteiligte Institut für Empirische Sprachwissenschaft der Universität Frankfurt unter Prof. Gippert verfügt über eine vollständige Textdatenbank der bisher einzigen umfassenden Edition des Awesta-Textes (Geldner 1886-96), in die Versionen aus sieben gegengelesenen Handschriften im Rahmen des AUREA-Projektes eingefügt wurden. Darüber hinaus sind die Handschriften J2 und P1 digitalisiert und frei zugänglich. Eine Suchmaschine erlaubt diverse Abfragen.

 

Zusammen mit ADA kann der Datenumfang enorm gesteigert werden und durch das computertechnische Know-how der Geisteswissenschaftlichen Fachinformatik unter Prof. Mehler, ebenfalls beteiligt an Digital Humanities, die computerunterstützte Analyse verfeinert und erweitert werden.

 

Das Ziel von ADA ist die Findung einer Gewährshandschrift, die als Grundlage einer zukünftigen Edition des Awesta-Textes dienen kann. Digital Humanities überprüft die Nutzbarkeit einer computerunterstützten Stemmagenerierung. Beide Projekte verfolgen dasselbe Ziel, einmal aus der philologischen, andermal aus der technischen Perspektive. Zusammen mit den Universitäten Berlin, Göttingen und London soll das Fernziel, die digitale und gedruckte Edition des Awesta-Textes stehen.

 

Die Projektziele von ADA und Digital Humanities können als dessen Etappenziele definiert werden, sodass die initiierten Projekte in größer angelegte hin überführen und die gewonnene Erkenntnis nutzbringend angewandt werden kann. Dadurch wird die Nachhaltigkeit der Projekte von ADA und Digital Humanities gewährleistet.

 

Im Mai 2011 bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Förderung bilateraler Kooperationen eine finanzielle Unterstützung für gegenseitige Treffen und gemeinsame Workshops, um die Kooperation zu vereinfachen.

 

Erfolgte Aktivitäten der Kooperation zwischen ADA und Digital Humanities

Februar 2011

Treffen von Alberto Cantera, Armin Hoenen und Thomas Jügel in Göttingen.

Vereinbarung zur Kooperation und des Datenaustausches. Verständigung auf den TEI-Standard für die Digitalisierung der Handschriften.

 

Juni 2011

Workshop in Frankfurt am Main. Teilnehmer: Alberto Cantera, Ralf Gehrke, Jost Gippert, Rüdiger Gleim, Armin Hoenen, Thomas Jügel, Alexander Mehler.

Planung des Kooperationsablaufes und der Arbeitsschritte. Festlegung des Kooperationsziels.

 

August 2011

Datenaustausch von ADA und Digital Humanities.

 

September 2011

Treffen auf der 7. ECIS (European Conference of Iranian Studies) in Krakau mit Teilnehmern von ADA, Digital Humanities und von den Universitäten Berlin, Göttingen und London: Miguel Ángel Andrés Toledo, Alberto Cantera, Shervin Farridnejad, Juan José Ferrer, Salome Gholami, Almut Hintze, Leon Goldman, Thomas Jügel, Götz König, Maria Macuch, Kianoosh Rezania, Arash Zeini.

Vorbereitung des Workshops im November und Vereinbarung der Initiierung einer Kooperation auf europäischer Ebene.


Oktober 2011

Treffen von Alberto Cantera, Juan José Ferrer, Armin Hoenen und Thomas Jügel in Salamanca.

Besprechung der Funktionalität und der Problembereiche eines computergenerierten Stemmas. Festlegung des Funktionsbereichs des zu entwickelnden Programmes für die Ziele der Kooperation.

 

November 2011

Treffen der Kooperationsmitglieder und der Partner der Universitäten Berlin, Göttingen und London in Frankfurt zu einem Workshop.

Festlegung der Arbeitsbereiche und des Projektaufbaus. Diskussion von Arbeitsschritten und konkreten Problemfällen. Antragsplanung für die Kooperation auf europäischer Ebene.


Dezember 2011

Aus ECoDA wird CORPUS AVESTICUM und die Homepage des neu geschaffenen Netzwerks geht online.


Januar 2012

Treffen in Cambridge mit Prof. Dr. Almut Hintze, Armin Hoenen, Léon Goldmann und Arash Zeini.

Themen: Koordination und Langzeitdatenspeicherung.


Februar 2012

Treffen aufgrund des Besuch von Dr. Niknam beim LOEWE Schwerpunkt Digital Humanities in Frankfurt.

Themen: Erfahrungsaustausch und Vortrag des Avesta-Forschers aus dem Iran,
unter der zusätzlichen Anwesenheit von Prof. Cantera von der Universität Salamanca


 

Juni und September 2012

Reise von Dr. Saloumeh Gholami, Prof. Dr. Alberto Cantera und Juan José Ferrer in den Iran zur Lokalisierung und Digitalisierung avestischer Manuskripte. Hier ist der Reisebericht.