I.1a Die althochdeutsche und altsächsische Überlieferung im Verhältnis zu lateinischen Vorlagen (2011-2013) PDF Drucken
I Historische Corpora - I.1 Parallelcorpora

I.1a Die althochdeutsche und altsächsische Überlieferung im Verhältnis zu lateinischen Vorlagen

Die Universität Frankfurt ist an dem Verbundprojekt „Referenzkorpus Altdeutsch“ der DFG beteiligt, in dem derzeit eine vollständige elektronische Aufarbeitung der althochdeutschen und altsächsischen Überlieferung erfolgt. Hierzu werden die im Frankfurter TITUS-Projekt bereits vollständig erfassten Corpora der beiden Sprachen mit durchgehender morphologischer Annotation versehen. Mit nur wenigen Ausnahmen (z.B. Hildebrandslied, Zaubersprüche) hängt die damit umrissene Textmenge mittel- oder unmittelbar von lateinischen Vorlagen ab, wobei die Abhängigkeit teilweise in den Handschriften selbst erkennbar ist (Interlineartexte wie z.B. die Benediktinerregel, Glossen oder Paralleltexte wie z.B. die Evangelienharmonie Tatians), teilweise jedoch erst erschlossen werden muss; auch in letzterem Fall handelt es sich teilweise um eigentliche Übersetzungen (z.B. Predigtsammlungen), teilweise jedoch um eher „freie“ Nachbildungen auf der Basis unterschiedlicher Quellen (z.B. Heliand). In allen Fällen setzt die übereinzelsprachliche Analyse neben der Erfassung und Annotation der betreffenden Texte die Schaffung eines übergeordneten Referenzsystems voraus, das es erlaubt, die einzelsprachlichen Daten der Zielsprache zu denjenigen der Ausgangssprache in Beziehung zu setzen und auf ihre Konsistenz hin zu überprüfen (vgl. 2.2 zu einer ähnlichen Fragestellung).