I.1b Die kaukasischen Evangelien (2011-2014) PDF Drucken
I Historische Corpora - I.1 Parallelcorpora

I.1b Die kaukasischen Evangelien

Im Zuge der Christianisierung wurden in der Spätantike (ca. 4.-5. Jh. n.Chr.) drei Sprachen des Kaukasusgebiets erstmalig verschriftlicht (Armenisch, Georgisch, Kaukasisch-Albanisch), wobei die Texte der vier Evangelien nach allgemeiner Auffassung zu den zuerst übersetzten Texten gehören. Unklar ist dabei bis heute, inwieweit die Übersetzung unmittelbar von griechischen Quellen ausgegangen ist und inwieweit statt dessen syrische Vorlagen anzunehmen sind. Ebenso unklar ist bis heute das wechselseitige Verhältnis der drei kaukasischen Überlieferungen zueinander, insbesondere im Hinblick auf die Frage einer Abhängigkeit der unterschiedlichen georgischen Redaktionen (vgl. Teilprojekt 3.2 „Historisch-kritische Apparate“) von armenischen Quellen. Auf der Basis der jeweiligen einzelsprachlichen Corpora, die an der Universität Frankfurt im Rahmen verschiedener Vorläuferprojekte erstellt wurden und im TITUS-Projekt zusammengeführt sind, soll diese Frage erstmalig durchgreifend durch eine Parallelcorpusanalyse einer Klärung zugeführt werden. Auch dies setzt die Schaffung eines übergeordneten Referenzsystems voraus, mit dem die einzelsprachlichen Daten zueinander in Beziehung gesetzt und auf ihre wechselseitige Konsistenz hin überprüft werden können.